
Für die meisten Menschen ist der
Bodesee, das „Schwäbische Meer“, gleichbedeutend mit Urlaub und
Erholung. Für die rund 130 Berufsfischer rund um den See ist er
schlicht und einfach der Arbeitsplatz. Ein Beruf, der hier auf rund
10.000 Jahre Tradition zurückblicken kann – heute natürlich mit
regelgerechten Ausbildungsgängen zum Fischwirt und
Fischwirtschaftsmeister bzw. zur Fischwirtin und
Fischwirtschaftsmeisterin wie bei Edith Dickreiter, der Fischerin vom
Bodensee.
Fischerei ist ein echter „Knochenjob“.
Mehrmals am Tag heißt es, Netze einholen oder auslegen, je nach
Jahreszeit schon früh zwischen halb vier und sechs Uhr; harte
Handarbeit ist da ange- sagt. Und ganz entgegen dem globalen Trend zu
Arbeitsteilung und Computerarbeit ist die Fischerei ein einsamer Job
bei jedem Wind und Wetter – waren vor ein, zwei Generationen noch
bis zu vier Mann in einem Boot, wird der Beruf heute meist im
Alleingang ausgeübt.
Mehr als 30 Fischarten und einige Großkrebsarten leben neben vielem Kleingetier im See. „Brotfische“ der Fischer sind die Felchen, ein typischer Fisch in Voralpenseen. Die Blaufelchen haben dabei den größten Anteil. Auch der Barsch ist für die Fischerei äußerst wichtig, der am Bodensee allerdings Kretzer und am Schweizer Ufer Egli heißt. Darüber hinaus gibt es Aale, Brachsen, Groppen, Hechte, Schleien, Saiblinge und Zander, wobei der größte Bodenseefisch – der Wels – mit seinen bis zu zwei Metern Länge am Grund des Sees tief unten lebt.